TL;DR
Zwei Wochen an der neuen hilkebuss.de Website gearbeitet, davon eine ohne Post. Der Grund: Die Arbeit war fast vollständig Denkarbeit, und Denkarbeit sieht auf einem Screenshot nach nichts aus. Inzwischen stehen die Entwürfe. Aus „Website neu machen“ ist unterwegs ein deutlich größeres Projekt geworden: ein Portfolio mit laufenden Demos und eine Pipeline, über die künftige Beiträge entstehen. Nächste Woche geht es an die Umsetzung.
Warum letzte Woche kein Post kam
Ich habe letzte Woche keinen Beitrag geschrieben, und das war eine bewusste Entscheidung. Es gab schlicht nichts zu zeigen. Kein Screenshot, kein laufendes Ding. Was es gab, waren Entwürfe, die ich verworfen habe, und eine Menge Überlegungen dazu, was auf welcher Seite eigentlich stehen soll.
Ein Post darüber wäre ehrlich gesagt ein Post über nichts geworden. Also habe ich lieber zwei Wochen zusammengelegt und warte, bis das Ergebnis vorzeigbar ist. Das ist es jetzt.
Aus „neue Website" wurde ein größeres Projekt
Angefangen hat das Ganze als reines Redesign. Der bestehende WordPress-Blog sollte hübscher werden, mehr nicht.
Dabei ist es nicht geblieben. Beim Durchdenken kamen zwei Dinge dazu, die den Umfang deutlich verändert haben:
- Ein echtes Portfolio mit Demos.
Ich will nicht schreiben, dass ich etwas bauen kann, ich will es zeigen. Zu jedem Portfolio-Projekt gehört deshalb eine laufende Anwendung mit Beispieldaten, die jeder selbst öffnen kann, ohne Termin und ohne Anfrage. Dieselbe Anwendung wie beim Kunden, nur mit erfundenen Zahlen. Mit der ersten habe ich beim Steuer-Cockpit angefangen, weitere folgen in den nächsten Wochen. - Ein anderer Weg, Beiträge zu veröffentlichen.
Bisher setze ich jeden Post von Hand in Elementor. Das funktioniert, kostet aber jedes Mal Zeit, die nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Dazu unten mehr.
Das Projekt ist also während der Planung gewachsen, und zwar nicht durch Featuritis, sondern weil die ursprüngliche Frage („wie sieht die Seite aus?“) die falsche war. Die richtige Frage lautet: Was soll die Seite leisten? Und darauf gibt es drei Antworten – Aufträge generieren, Portfolio statt Behauptungen zeigen, und das Projektjournal tragen, das inzwischen 33 Beiträge umfasst und jede Woche wächst.
Drei Runden Entwürfe, die nicht passten
Anfangs habe ich einen Entwurf mit Codex geplant, danach bin ich zu Claude Code gewechselt. Bis der Entwurf stand, mit dem ich jetzt zufrieden bin, habe ich drei Runden gebraucht. Die erste war zu schlicht, die sah aus wie eine HTML-Seite ohne Gestaltung. Die zweite habe ich in die andere Richtung überzogen: zu bunt, zu rund, zu inkonsistent.
Die dritte Runde war das eigentliche Problem. Fünf Richtungen, alle sauber gebaut, alle professionell, zwei davon so gut, dass ich sie als Favoriten markiert habe. Und trotzdem stimmte etwas nicht. Ich habe eine Weile gebraucht, um es zu benennen: Diese Entwürfe hätten von irgendwem sein können. Sie waren schön, aber austauschbar. Kein Wiedererkennungswert, kein Grund, warum ausgerechnet diese Seite so aussieht und nicht anders.
Das ist ein unangenehmer Befund, weil man ihn nicht so leicht behebt. Eine austauschbare Seite wird durch bessere Abstände oder schönere Fonts nicht unverwechselbar.
Der Entwurf, der es geworden ist
Der richtige Ansatz kam dann nicht durch mehr Prompts und mehr Designarbeit, sondern aus der ursprünglichen Motivation hinter meiner Website.
Ich hatte parallel an der Übersichtsseite der Blogposts gearbeitet. Die erste Fassung war eine Liste, sachlich aber langweilig. Da kam mir die Idee, dass es ziemlich cool wäre, wenn meine Blogposts, die ich als Projektjournal zusammenfasse, tatsächlich wie in einem Notizbuch angeordnet wären. Als Versuch habe ich die Beiträge als angepinnte Notizzettel auf eine dunkle Wand gelegt, jeder Zettel mit einer anderen Machart: Karopapier mit Büroklammer, gelbe Haftnotiz mit Eselsohr, ein Polaroid mit Klebestreifen über der Ecke, ein Blatt mit abgerissener Unterkante.
Beim Ansehen war klar, dass das Prinzip nicht nur fürs Journal trägt, sondern für die ganze Seite. Die Startseite ist jetzt ein dunkles Pult, auf dem ein aufgeschlagenes Blatt mit Lochung und Randlinie liegt. Die Abschnitte haben Registerreiter. Die Dienstleistungen stehen als abgehakte To-do-Liste. Die 52 Wochen sind ein Raster aus Kästchen, die durchgestrichen werden.
Und genau daran liegt es, dass mir dieser Entwurf gefällt und die vorherigen nicht: Das ist kein aufgesetztes Thema. Ich bin jemand, der Listen schreibt und plant, beruflich und privat. Ich führe seit Monaten dieses Journal hier. Die Seite sieht aus wie ein Ort, an dem geplant wird, weil bei mir tatsächlich so gearbeitet wird. Ich starte jeden Tag mit einem Cappuccino und To-Do Listen auf meinem Tablet.
Rückblickend war die dritte Runde trotzdem nicht umsonst. Farben, Aufbau und Textaufteilung stammen von dort. Was gefehlt hat, war nicht das Design, sondern das Gefühl, dass das wirklich meine Website ist.
Wie Beiträge in Zukunft entstehen
Der Teil, der mich beim Nachdenken am längsten beschäftigt hat, ist gar nicht das Aussehen, sondern der Weg vom fertigen Text zum veröffentlichten Beitrag.
Aktuell baue ich jeden Post in Elementor zusammen. Künftig soll ein Beitrag eine Datei im Projekt sein, mit festen Kopfdaten und Inhalt, sonst nichts. Kein CMS, keine Datenbank, keine Oberfläche zum Schreiben. Geplant ist darauf eine Pipeline: Ich plane einen Beitrag gemeinsam mit einem Sprachmodell, die Pipeline erzeugt daraus die fertige Beitragsdatei mit Kopfdaten, Textbausteinen, Bildverweisen und Wochennummer. Das wird mir die Arbeit deutlich vereinfachen.
Das ist ein eigenes Wochenprojekt und noch nicht gebaut. Was ich aber jetzt schon festlege, weil es später nicht mehr nachrüstbar ist, sind zwei Einschränkungen:
- Wenige, klar benannte Textbausteine.
Zwischenüberschrift, Absatz, Aufzählung, Bild mit Bildunterschrift, Code-Block, Hervorhebungskasten. Mehr nicht. Das klingt nach Sparmaßnahme, ist aber die Voraussetzung: Ein Sprachmodell kann sechs Bausteine zuverlässig füllen, eine frei gestaltbare Seite kann es nicht immer zuverlässig bauen. - Ein Feld für die Darstellung, getrennt vom Text.
Welche Notizzettel-Machart ein Beitrag auf der Pinnwand bekommt, steht in einem eigenen Feld. So kann ich entweder einem Beitrag eine zufällige Notizzettel-Machart zuweisen, oder aktiv entscheiden, welches Projekt als Polaroid oder als Karo-Blatt angezeigt werden soll.
Die bestehenden Beitragsadressen bleiben unverändert, inklusive abschließendem Schrägstrich. Alles, was heute verlinkt ist, funktioniert nach dem Umzug weiter.
Fazit
Woche 34 und 35: ✅
Zwei Wochen, in denen wenig entstanden ist, das man ansehen kann, aber viel, das die nächsten Wochen bestimmt. Die Entwürfe für Startseite, Journal-Übersicht und Einzelbeitrag stehen, und ich bin mit ihnen zufrieden. Möglich, dass ich bei der Umsetzung noch an einzelnen Stellen nachbessere, aber die Richtung steht.
Nächste Woche baue ich die Seite. Danach kommen die weiteren Portfolio-Demos, und irgendwann die Beitrags-Pipeline.

