Daily Inspiration: ein digitaler Abreißkalender

Diese Woche habe ich mir eine kreative Auszeit genommen und einen digitalen Abreißkalender gebaut. Die Idee stammt von einem geschenkten Kalender mit kleinen Anregungen für den Alltag. Mit ChatGPT habe ich Inhalte, Gestaltung und Illustrationen vorbereitet, anschließend mit Claude Code weitergearbeitet. Viel Zeit brauchte die gestalterische Abnahme der einzelnen Blätter. Der Kalender ist nutzbar, und ich möchte ihn selbst verwenden und um weitere Ideen ergänzen.
Ausgangslage
Diese Woche habe ich etwas programmiert, das ich selbst haben wollte. Eine kleine kreative Auszeit von Projekten, die vor allem für die Unternehmerwelt interessant sind. Vor vielen Jahren habe ich einen Abreißkalender geschenkt bekommen. Darauf stand jeden Tag eine kleine Anregung, die den Alltag ein bisschen verschönern sollte.
Die Idee dahinter gefällt mir weiterhin: etwas anders machen als sonst. Damit nicht jeder Tag gleich aussieht und die Zeit gefühlt nur vorbeirennt. Dafür braucht es keine große Unternehmung. Manchmal reicht eine Verabredung ohne Programm oder ein Besuch in einem Geschäft, an dem man seit Jahren vorbeiläuft.
Diesen Gedanken habe ich als digitalen Kalender umgesetzt. Im Mittelpunkt steht eine einzelne Anregung für den Tag. Dazu gehört für mich auch die Gestaltung: Ein Kalender, den ich regelmäßig ansehen möchte, braucht mehr als wechselnden Text auf immer demselben Blatt.
Planung und Vorgehen
Zuerst habe ich die Idee ausführlich mit ChatGPT besprochen und die Projektstruktur durchdacht. Dabei ging es sowohl um die sichtbare Anwendung als auch um die vielen Inhalte dahinter. Unterschiedlich lange Texte sollten auf die Blätter passen. Mehrere Farbschemata sollten Abwechslung bringen und trotzdem zusammengehörig wirken.
Eine Entscheidung betraf die Illustrationen. Ich wollte nicht für jeden Spruch ein eigenes Motiv erstellen müssen. Mit ChatGPT habe ich deshalb überlegt, welche Illustrationen zu mehreren Anregungen passen könnten. Anschließend ließ ich erste Motive als Tests zeichnen. Den ausgewählten Stil habe ich beschreiben lassen, damit es eine Grundlage für die weiteren Illustrationen gab.
Auch die Umsetzung begann mit ChatGPT. Später bin ich zu Claude Code gewechselt und habe erstmals dessen Desktop-App ausprobiert. Das hat mir gut gefallen. Für die automatisierte Erstellung der Illustrationen wechselte ich dann zu Claude Code in der Konsole. Dabei wurden die Sprüche als Grundlage für die benötigten Motive herangezogen.
Umsetzung
Der Kalender zeigt allen Besuchern am selben Berliner Kalendertag dieselbe Anregung. Über „Andere Idee“ lassen sich weitere passende Vorschläge aufrufen, ohne Anmeldung. Die Inhalte liegen in YAML vor. Der Tagesplan berücksichtigt unter anderem saisonale Zeitfenster und Abstände zwischen Wiederholungen. Eine jahreszeitlich gebundene Idee steht dadurch nicht beliebig an jedem Tag zur Auswahl.
Die Anwendung wird statisch ausgeliefert und benötigt weder ein Anwendungsbackend noch eine Datenbank. Texte, Gestaltung und vorberechneter Tagesplan bilden die Grundlage für die Anzeige im Browser. Die Illustrationen werden als einfärbbare CSS-Masken eingebunden. Dadurch kann ein Motiv die Farbe des jeweiligen Kalenderblatts aufnehmen.

Am meisten Zeit hat am Ende die Abnahme gebraucht. Ich musste die Kalenderblätter durchsehen und zurückmelden, was mir am Design gefiel und was nicht. Ein LLM kann Kontraste oder Größen prüfen. Ob Farben zusammen gut aussehen und die gewünschte Stimmung transportieren, kann es meiner Erfahrung nach deutlich schlechter beurteilen.
Diese Rückmeldungen blieben deshalb bei mir. Die vorherige Planung von Farben und Illustrationsstil ersetzte das Durchsehen der fertigen Blätter nicht. Außerdem habe ich noch einige Schriftarten geändert. Technisch war es ein kleines Projekt, gestalterisch war die Umsetzung trotzdem nicht trivial.
Ergebnis
Der digitale Abreißkalender ist nutzbar. Der Inhaltsbestand umfasst 80 Inspirationen, davon sind 49 ganzjährig verfügbar. Es gibt wechselnde Gestaltungen, Blätter mit reiner Typografie und solche mit Illustrationen. Der praktische Nutzen bleibt bewusst klein: eine konkrete Idee, um die tägliche Routine kurz zu unterbrechen.

Ich möchte den Kalender künftig selbst nutzen und neue Ideen ergänzen.
Tech Stack
- Frontend TypeScript, React, Vite und Tailwind CSS
- Inhalte YAML und Zod
- Bildverarbeitung Python und Pillow
- Prüfwerkzeuge Vitest, pytest und ESLint
- Deployment Docker, nginx und Traefik
- LLM-Einsatz ChatGPT und Claude Code als Desktop-App und in der Konsole
Live-Demo
👉 Live-Demo: daily-inspiration.hilkebuss.de
Fazit
Woche 39: ✅
Aus der Erinnerung an einen geschenkten Abreißkalender ist eine nutzbare Webanwendung geworden. Mit weiteren Ideen möchte ich den Kalender nach und nach ergänzen. Parallel habe ich diese Woche auch etwas an der Blogpost-Pipeline weitergearbeitet. Darüber schreibe ich eventuell nächste Woche.
