MailMind – Woche 4

MailMind: AI sortiert das Postfach & schickt Telegram-Alerts

Diese Woche habe ich mich an ein Thema gewagt, das ich bisher noch nie ausprobiert hatte: E-Mails verarbeiten.
Wie in den letzten Projekten taste ich mich Schritt für Schritt in die Welt von „Automatisierungstools mit LLMs“ hinein – und E-Mails + Telegrambot waren für mich komplettes Neuland.

Meine Anforderungen

  • Ungelesene E-Mails automatisch aus dem Postfach ziehen

  • Sie in klare Kategorien sortieren (Geschäftlich, Finanzen, Shopping, Newsletter, Persönlich)

  • Jede Mail von der AI mit einer Priorität (1–10) bewerten lassen

  • Ab einer bestimmten Wichtigkeit (ab Priorität 8) sofort eine Telegram-Benachrichtigung mit Zusammenfassung bekommen

  • Robust, auch wenn IMAP-Server nicht alle Features unterstützen

Kurz gesagt: ein Assistent, der meine Mails sortiert, bewertet und mich nur bei den wirklich wichtigen direkt anpingt.

Mein AI-Workflow

Nach der „Pleite“ der letzten Woche habe ich diesmal das Projekt ausschließlich mit Claude gebaut. ChatGPT kam nur fürs Brainstorming und den Blogpost ins Spiel.

Die AI-Integration selbst war erstaunlich unkompliziert:

  • Groq hat die Mails zuverlässig analysiert.

  • Ich musste nur wenig vorgeben – z. B., dass Wörter wie „dringend“ oder „wichtig“ automatisch zu höherer Priorität führen.

  • Die Kategorien habe ich bewusst so gewählt, dass fast jede Mail instinktiv und eindeutig zuordenbar ist.

Was das Tool kann

👉 Holt ungelesene Mails per IMAP (ohne sie als gelesen zu markieren)
👉 Lässt Groq jede Mail kategorisieren und priorisieren (1–10)
👉 Verschiebt sie in den passenden Ordner (z. B. AI-Kategorien/Finanzen)
👉 Ab Priorität 8: schickt mir sofort eine Telegram-Nachricht
👉 Die Telegram-Nachricht enthält nicht nur Betreff & Absender, sondern auch eine AI-Zusammenfassung der Mail (2–3 Sätze) – damit ich auf einen Blick weiß, worum es geht
👉 Speichert, welche Mails schon verarbeitet wurden – damit nichts doppelt läuft

Das Ganze läuft in einer Schleife und checkt alle 30 Sekunden mein Postfach.

Stack & Tools

  • Python (imaplib, email, dotenv, requests)

  • Groq LLM (Kategorisierung, Priorisierung, Zusammenfassungen)

  • Telegram Bot API (Benachrichtigungen mit Zusammenfassung)

  • Claude (Code-Partner für das ganze Projekt)

Herausforderungen & Learnings

  • Erstes Mal mit E-Mails: Encoding, Multipart-Mails, Ordnerstruktur – alles neu für mich. Überraschend: vieles funktionierte direkt.

  • Ordner vs. Labels: Ursprünglich wollte ich Labels vergeben, aber in Thunderbird war das nicht zuverlässig sichtbar. Ordner sind deutlich robuster.

  • Claude & HTTP-Server: Claude schlug anfangs vor, einen zusätzlichen HTTP-Server aufzusetzen – völlig unnötig für dieses Projekt.

  • Telegram: Die eigentliche Integration klappte sofort. Am witzigsten war die Einrichtung des Bots direkt in der Telegram-App.

  • Kein UI: Das erste Projekt ohne schickes Frontend. Ich dachte, das würde weniger Spaß machen – aber das Gegenteil war der Fall.

Mein größter Aha-Moment war allerdings gar nicht technisch:
Ich habe diese Woche lange gebraucht, um überhaupt eine Projektidee zu finden. Letzte Woche habe ich den Blog zum ersten Mal auf LinkedIn geteilt – und diese „Öffentlichkeit“ hat mich kurzzeitig unter Druck gesetzt. Das hat mir gezeigt: ich muss nicht immer nur Projekte bauen, die nach „Business Tool“ aussehen. Auch kleine, lustige Experimente haben ihren Wert.

Wieder keine Live-Demo 🙁

Wie letzte Woche gibt es diesmal keine öffentliche Demo.
Ein E-Mail-Postfach ist zu privat, um es irgendwo freizuschalten.

Fazit

Woche 4: ✅

Ich habe gelernt, wie man E-Mails ausliest, kategorisiert und in Ordner sortiert. Ich habe meinen ersten Telegram-Bot gebaut. Und ich habe gemerkt: auch ein Projekt ohne UI kann richtig Spaß machen.

Mögliche Erweiterungen? Automatische Antwort-Entwürfe generieren – also Mails nicht nur sortieren, sondern gleich Reaktionen vorbereiten.

Und generell: nicht jede Woche muss ein Tool entstehen, das sofort für Unternehmen nutzbar wäre. Manchmal will ich einfach nur eine API, ein LLM oder einen Workflow ausprobieren – egal ob ernsthaft oder witzig.

Mal sehen, was Woche 5 bringt. 😉

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